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IFRS 15: Wir fassen die neuen Vorschriften für Sie zusammen

Das IASB hat am 28. Mai 2014 zusammen mit dem amerikanischen Standardsetzer FASB den neuen Standard zur Umsatzrealisierung „Revenue from Contracts with Customers“ (IFRS 15) veröffentlicht. Die Erstanwendung des Standards hat retrospektiv ab dem 1. Januar 2017 zu erfolgen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Das EU-Endorsement ist im zweiten Quartal 2015 zu erwarten.

Der IFRS 15 soll zu einheitlichen Grundsätzen der Umsatzrealisierung führen. Sie sind prinzipiell von allen Unternehmen branchenunabhängig immer dann anzuwenden, wenn vertragliche Vereinbarungen mit Kunden die Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen vorsehen.

Die Vorschriften des IFRS 15 werden nachfolgend zusammenfassend dargestellt.

Grundprinzip

Das Grundprinzip des IFRS 15 besteht darin, dass es zukünftig nur noch ein einheitliches Modell für die Umsatzrealisierung gibt. Ein Unternehmen hat die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden dann zu erfassen, wenn der Übergang der Kontrolle an der versprochenen Ware bzw. der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden stattgefunden hat. Die Höhe der Umsatzerlöse bemisst sich nach der Gegenleistung, die das Unternehmen vom Kunden erwartet, zu erhalten.

Die Umsatzrealisierung soll entsprechend des IFRS 15 unter Berücksichtigung des Grundprinzips in fünf Schritten erfolgen:

IFRS 15 Umsatzrealisierung


Nachfolgend stellen wir Ihnen diese fünf Schritte genauer vor.
 

Schritt 1: Identifizierung des Vertrages bzw. der Verträge mit dem Kunden

Die Vorschriften des IFRS 15 sind auf einklagbare Rechte und Verpflichtungen anzuwenden, die vertraglich mit einem Kunden vereinbart wurden.

Ein Vertrag eignet sich unter dem IFRS 15 nur dann zur Umsatzrealisierung, wenn kumulativ die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • der Vertrag wurde rechtsgültig abgeschlossen,
  • das Unternehmen kann die Rechte jeder Partei identifizieren, die im Zusammenhang mit den zu transferierenden Waren und Dienstleistungen stehen,
  • das Unternehmen kann die Zahlungsbedingungen für die zu transferierenden Waren und Dienstleistungen identifizieren,
  • der Vertrag hat wirtschaftliche Substanz (d. h. es ist zu erwarten, dass sich das Risiko, der zeitliche Anfall oder der Betrag des zukünftigen Cashflows des Unternehmens aufgrund des Vertrages ändern wird) und
  • es ist wahrscheinlich, dass das Unternehmen die vertragliche Gegenleistung erhalten wird.


Wenn ein Vertrag die Voraussetzungen zur Umsatzrealisierung nicht erfüllt, muss ein Unternehmen kontinuierlich beurteilen, ob die Bedingungen nachträglich erfüllt werden. Der IFRS 15 enthält für Fälle, in denen die Anforderungen an einen Vertrag nicht erfüllt sind, das Unternehmen aber Zahlungen vom Kunden erhalten hat, Leitlinien, wie mit diesen Zahlungen umgegangen werden soll.

Nach IFRS 15 sind zwei oder mehr Verträge zusammen zu bilanzieren, wenn mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt wird:

  • der Vertrag wurde als Paket mit einem einzigen wirtschaftlichen Ziel verhandelt,
  • der Betrag der Gegenleistung, der aus einem Vertrag resultiert, ist abhängig vom Preis oder der Leistung aus einem anderen Vertrag oder
  • die Waren oder Dienstleistungen in einem Vertrag sind eine einzige Leistungsverpflichtung.



Die Schritte 2 bis 5 sowie weitere aktuelle Themen aus den Bereichen nationale und internationale Rechnungslegung und Bilanzsteuerrecht stellen wir Ihnen ausführlich in unserem PKF Newsletter Accounting vor.

Ihr Ansprechpartner Herr Hirschmann

 

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